
Heute kam bei mir schon die zweite Anfrage wegen Hotspot rein.
Und das, obwohl wir noch nicht einmal in der typischen Hotspot-Saison sind.
Was mich dabei besonders aufmerksam macht: Diese Halterin schrieb von sich aus „chronisch wiederkehrend“.
Das ist ein Wort, das man nicht einfach so hinschreibt. Da steckt Erfahrung dahinter, auch Frust, weil man schon vieles ausprobiert hat und da sehe ich fast immer das gleiche Muster:
Der Futter-Reflex
Sobald der Hotspot wieder aufflammt, wird am Futter gedreht.
Neues Futter
Neue Proteinquelle
Neue Zusätze
Weil man denkt, es müsse „von innen“ kommen. Das klingt logisch. Und ja, das Hautmilieu spielt eine Rolle. Sonst müssten ja alle Hunde nach dem Baden Hotspots bekommen.
Der Auslöser ist nicht die Ursache
Der Auslöser ist oft Feuchtigkeit, Reibung, ein Stich oder Stress. Ob daraus aber ein Hotspot wird, entscheidet die Hautbarriere und das Immunsystem.
Und genau hier wird es spannend. Denn Hautbarriere, Immunsystem, Darm und Mikrobiom arbeiten eng zusammen. Der gleiche Auslöser trifft zwei Hunde – einer reagiert gar nicht, der andere eskaliert sofort.
Das ist kein Zufall. Das ist Milieu.
Warum der spontane Wechsel oft scheitert
Trotzdem bringt ein spontaner Futterwechsel im Akutfall selten das gewünschte Resultat. Du machst das System unruhiger und verlierst den Überblick.
Meine Reihenfolge in meiner Praxis
Darum ist die Reihenfolge klar:
Akut stoppst du das Lecken,
hältst die Stelle trocken,
rasierst rundherum frei und machst eine saubere Wundversorgung.
Was ich selten mache: Im Akutfall am Futter drehen, ohne Kontext. Das erzeugt Bewegung, aber keine Klarheit.
Mich interessiert nicht nur die offene Stelle.
Mich interessiert das Umfeld, in dem sie entstanden ist.
Wie stabil ist die Hautbarriere?
Wie reagiert das Immunsystem?
Wie steht es um Darm und Mikrobiom?
Und vor allem: Passiert das einmal, oder immer wieder?
Denn ein einmaliger Hotspot ist etwas völlig anderes als ein chronisch wiederkehrender.
Wenn das Hautmilieu instabil ist, sind Bakterien und Pilze sehr schnell zur Stelle.
Dann braucht es eine gezielte Vorgehensweise und nicht den einfach einen spontanen Futterwechsel.
Hand aufs Herz: Wie oft hast du das Futter schon gewechselt, weil die Haut wieder auffällig war?
Schreib es mir in die Kommentare, ich bin gespannt auf deine Erfahrungen mit diesem Kreislauf.
