Hund mit Übelkeit verkricht sich

Ich sass im Auto auf dem Weg zu einem Ter­min. Das Radio lief nebenbei.
In einer Tier­sprech­stun­de mit einem Tier­arzt mel­de­te sich eine ver­zwei­fel­te Hun­de­hal­te­rin. Sie sag­te klar, ihr Hund habe Sod­bren­nen. Sie habe auch schon das Fut­ter gewech­selt, es sei kurz bes­ser gewor­den und dann wie­der gleich schlimm.

klare Tipps:

Der Tier­arzt am Tele­fon erklär­te ruhig, es gebe ver­schie­de­ne Magen­scho­ner, von mild bis sehr stark. Sie sol­le sich an einen Kol­le­gen wen­den, um das wei­ter abzu­klä­ren. Die Frau frag­te nach, ob man das ein­fach so geben kön­ne. Er mein­te ja, das sei unkompliziert.

Ich sass da, hör­te zu und merk­te, wie sich in mir etwas zusam­men­zog. Nicht weil der Tier­arzt böse Absich­ten hat­te, son­dern weil für mich ent­schei­den­de Fra­gen fehl­ten. War­um fragt jetzt niemand .

War­um fragt der Tier­arzt nicht nach dem Napf, was die­ser Hund bekommt.
War­um er nicht wis­sen will, wie oft gefüt­tert wird.
Ob Lecker­lis dazu­ge­hö­ren.
Ob etwas ins Fut­ter gemischt wird, damit es bes­ser schmeckt.
Oder ob das neue Fut­ter über­haupt zu die­sem Hund passt.

Die­se Fra­gen hät­ten nichts gekos­tet.
Aber sie hät­ten den gan­zen Ver­lauf ver­än­dern können.

Stattdessen ging es sofort um einen Magenschoner.

Genau hier liegt der Knack­punkt. Sod­bren­nen ent­steht nicht aus dem Nichts. Im Hun­de­ma­gen wird Säu­re gebil­det, um Fut­ter zu ver­dau­en. Wenn das Fut­ter nicht passt, wenn die Abstän­de zwi­schen den Mahl­zei­ten ungüns­tig sind oder wenn der Magen stän­dig gereizt wird, reagiert der Kör­per. Die über­schüs­si­ge Magen­säu­re reizt die Magen­schleim­haut, das führt zu unwohl­sein und der Hund wird zuneh­mend unruhiger.

Ein Magen­scho­ner dämpft die­ses Bren­nen.
Kurz­zei­tig fühlt sich der Hund bes­ser und auch der Mensch ist erleich­tert. Die Ursa­che bleibt trotz­dem bestehen. Das ist, wie wenn du ein Feu­er mit einem Deckel abdeckst. Die Flam­men wer­den klei­ner, aber die Hit­ze dar­un­ter bleibt. Sobald du den Deckel weg­nimmst, ist das Pro­blem wie­der da.

Warum Magenschoner Hunde nicht gesund machen

In mei­ner Pra­xis sehe ich sol­che Hun­de regel­mäs­sig.
Sie kom­men nach Wochen oder Mona­ten, in denen sie mit Magen­scho­nern behan­delt wur­den. Die Sym­pto­me sind weni­ger auf­fäl­lig, doch der Magen arbei­tet wei­ter­hin trä­ge, die Ver­dau­ung bleibt insta­bil und der Appe­tit schwankt, weil die gereiz­te Magen­schleim­haut das Fres­sen unan­ge­nehm macht. Erst wenn das Fut­ter, die Füt­te­rungs­zei­ten und die Belas­tun­gen, wie Fut­ter­zu­sät­ze, Snacks, lan­ge Fress­pau­sen oder Stress im All­tag ange­schaut wer­den, beginnt sich etwas zu verändern.

Ein Hund mit Sod­bren­nen braucht kei­ne immer stär­ke­ren Blo­cker. Er braucht ein Fut­ter, das zu sei­nem Magen passt. Er braucht Füt­te­rungs­rhyth­men, die den Säu­re­ge­halt sta­bil hal­ten. Und er braucht Klar­heit dar­über, was sei­ne Magen­schleim­haut reizt.

Du kannst es einfach erkennen:

  • Dein Hund schmatzt vor allem am Abend
  • Er erbricht mor­gens früh, meist gel­be oder weis­se Flüssigkeit
  • Er frisst viel Gras
  • Er ist nach dem Fres­sen unruhig
  • Er schluckt immer wie­der leer
  • Er leckt häu­fig mit der Zunge.dann ist das kein Zufall

Das ist ein Signal sei­nes Kör­pers. Du darfst hinschauen.

Wenn du willst, dass jemand mit Fach­blick drauf­schaut, ich bin da.
Ich hel­fe dir, die Zusam­men­hän­ge zu ver­ste­hen und einen Weg zu fin­den, der für dei­nen Hund passt.